
| Mit einer Anbaufläche von gut 13.000 ha und einer Erntemenge von rund 445.000 t ist Bayern nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mengenmäßig der bedeutendste Gemüseerzeuger in Deutschland. Insgesamt wird ca. 15% der gesamtdeutschen Erntemenge an Gemüse in Bayern produziert. Bayern ist zudem der zweitwichtigste Kartoffelproduzent in Deutschland, im Jahr 2007 wurden rund 2 Mio. t Kartoffeln geerntet.
Regionale Schwerpunkte Der Produktionswert des in Bayern erzeugten Gemüses beläuft sich auf gut 210 Mio. € und stellt damit rund 8 % des Gesamtproduktionswertes der pflanzlichen Erzeugung in Bayern dar. Die Erzeugung von Obst in Bayern ist mit einem Produktionsvolumen von rund 50 Mio. € eher regional ausgeprägt. Die Voraussetzungen für die Obst- und Gemüseproduktion Bayerns sind hinsichtlich der Temperaturen, der Wasserversorgung und der Infrastruktur insgesamt günstig. Wichtige Obst- und Gemüseanbaugebiete in Bayern sind Niederbayern (Gurken, Kohl und Zwiebeln), Mittelfranken (Kirschen und Zwetschgen, Meerrettich) sowie Unterfranken (Spargel) und Schwaben. Im Knoblauchsland (Raum Nürnberg) wird traditionell Unterglas-Gemüse angebaut. Erfolgreiche Kartoffelanbauregionen haben sich im Donaumoos und in Niederbayern etabliert. Der geschätzte Produktionswert bei Kartoffeln in Bayern lag im Jahr 2005 bei rd. 107 Mio. €.
Entwicklung von Strukturen Der Obst- und Gemüsebau in Bayern befindet sich erst seit der Wiedervereinigung im Aufschwung, der unter anderem auf den dadurch möglich gewordenen Einsatz von Saisonarbeitskräften zurückzuführen ist. So besteht trotz einer in Bereichen bereits guten horizontalen und vertikalen Vernetzung, wie z.B. durch die Erzeugerringe, besonders in der Vermarktungsstruktur noch Nachholbedarf. Diese soll im Rahmen des Clusters Ernährung weiter ausgebaut werden. Unter anderem werden derzeit gemeinsame Strukturen der Verarbeitungsunternehmen entwickelt. Hierzu zählt auch die gezielte Nutzung des Zeichens „Geprüfte Qualität", das für qualitativ hochwertige Lebensmittel aus Bayern steht und die geografischen Herkunftsangaben, die die traditionellen Spezialitäten Bayerns wie den „Bayerischen Meerrettich" in den Vordergrund stellen.
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