Szenario-Management

Szenario-Management

Szenario-Management und Szenario-Entwicklung

Der Wunsch, die Zukunft voraussehen zu können, besteht seit Jahrtausenden. Die Versuche reichen von den antiken Orakeln über Wahrsagerei und moderne Naturwissenschaft bis hin zur Zukunfts- und Trendforschung. Beim Denken an die Zukunft sind zwei Ansätze bedeutend:

  • Zukunftsoffenes Denken: Aufgrund der Ungewissheit in Märkten und Branchen sowie politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technischen Umfeldern wird nicht mehr versucht, die Zukunft exakt vorherzusagen. Stattdessen werden mehrere, vorstellbare Zukunftsbilder entwickelt und beschrieben.
  • Vernetztes Denken: Auch die Vielfalt und Dynamik der Änderungsprozesse im Umfeld nehmen ständig zu. Daher hat man es in der Regel mit komplexen Systemen zu tun, die adäquat nur durch vernetztes oder systematisches Denken gehandhabt werden können.

Die Kombination von zukunftsoffenem und vernetztem Denken führt zur Definition eines Szenarios, auch Zukunftsbild genannt. Szenarien werden als „Denkwerkzeuge“ verstanden, mit denen die Fixierung auf bekannte Zukunftsbilder durchbrochen werden soll. Die Entwicklung der Szenarien erfolgte in drei Schritten:

  • Szenariofeld-Analyse und Auswahl von Schlüsselfaktoren (Phase 1): Das betrachtete Themenfeld wurde in Systemebenen und Einflussbereiche gegliedert. Hierfür wurden konkrete Einflussfaktoren beschreiben. Basierend auf einer Bewertung der wechselseitigen Abhängigkeiten dieser Faktoren wurden 21 Schlüsselfaktoren festgelegt, die die Zukunftsentwicklung maßgeblich prägen.
  • Entwicklung von alternativen Zukunftsprojektionen (Phase 2): Je Schlüsselfaktor wurden mögliche künftige Entwicklungen – sogenannte Zukunftsprojektionen – herausgearbeitet. Die Zukunftsprojektionen beschreiben strategisch relevante, charakteristische und qualitative Entwicklungsalternativen der einzelnen Schlüsselfaktoren.
  • Bildung, Analyse und Beschreibung von Szenarien (Phase 3): Szenarien sind prägnante Darstellungen alternativer Zukünfte, die den Möglichkeitsraum weitgehend aufspannen. Die vorliegenden „Rohszenarien“ wurden analysiert, aufbereitet und zielgruppengerecht beschrieben. Zusätzlich erfolgte eine Visualisierung des von den Szenarien aufgespannten Zukunftsraums in Form einer „Landkarte der Zukunft“.

Nach der Szenario-Entwicklung kann eine Bewertung hinsichtlich der Nähe zur Gegenwart und zur gewünschten Zukunft erfolgen. Mit Hilfe dieser Bewertung lassen sich Entwicklungspfade im Zukunftsraum aufzeigen und konkrete Indikatoren für ein Szenario-Monitoring festlegen.

Einführung in die Szenarien

Entwicklungsprozess der Szenarien

Katalog der Einflussfaktoren